WundStörungen
Wund(heilungs)Störungen

Trotz korrekt und fachmännisch ausgeführter Behandlung und Operation kann es zu Wundheilungsstörungen mit Sekundärheilung kommen.
Grundsätzlich gilt: Zuerst gilt es die Ursache der Wundheilungsstörungen zu beheben, bevor ein Heilungsprozess initiiert werden kann !!!!
Hierzu bedarf es einer umfassenden Diagnostik. In jedem Fall ist das Vorgehen bei jedem Patienten individuell zu entscheiden. Hier sind u.a. die erhaltenden Wundursachen zu behandeln und beseitigen. Das weitere Vorgehen sollte im Behandlungsteam besprochen und konsequent verfolgt werden. Natürlich mit Einbezug plus Information und Aufklärung des Patienten.
Warum heilt eine Wunde nicht?
Grundaufgabe der Behandlung :
- ist physiologische Wundheilungsbedingungen zu erhalten oder wiederherzustellen
- Notwendiges Instrument: Wundbeurteilung, d. h. Einstufung in Wundheilungsphasen
Angestrebtes Mikroklima :
- Feucht und warm - fördert Epithelisierung und Granulation
Zu vermeiden ist :
- Trocken - bedeutet Gewebenekrose, verminderte Migration von Zellen
- Erniedrigte Temperatur - Mitoserate, Leukozytenaktivität und Sauerstoffverfügbarkeit sinken
Das Mikroklima kann verbessert werden durch die Wundspülung
- Nach einer Wundspülung dauert es 40 Minuten bis die vorherige Wundtemperatur wieder erreicht ist
- Bereits ein Abfall von 2 Grad beeinträchtigt die Wundheilung ? daher am besten angewärmte Wundspüllösung verwenden.
Die Einflussfaktoren:
Wunde - Einflussfaktor Wunde :
- Infektion
- Serom, Hämatom, Ödem
- Wundaufbau
- Fremdkörper
- Mechanische Reize
- Gewebeversorgung
- Lokaltherapie
Infektion: Imbalance zwischen Keimbesiedelung und lokalen und systemischen körpereigenen Abwehrmechanismen – Kritische Besiedelung – Drohende Infektion – Abszeß – Phlegmone
Hämatom, Blutung
- Unzureichende Blutstillung
- fehlende Drainage
- Gerinnungsstörung
- Antikoagulanzientherapie
- Blutdruckanstieg
- Mechanische Reize
Ödem
- Stört die Perfusion
- Behindert die Ausbildung von Granulations- und Epithelgewebe
Einflussfaktor Patient:
- Alter
- Ernährung
- Immunstatus
- Begleiterkrankungen
- Medikamente
- Psychosoziale Faktoren
Alter
- Verlangsamung der Wundheilung
- Verminderte Qualität der Reparation
- Höhere Inzidenz von Begleiterkrankungen
- Mangelernährung
- Reduzierte Immunkompetenz
Über 60 Jahre 3 mal höheres Wundheilungsrisiko:
- Genetische Hautalterung und UV-Exposition – abnehmende Zellfunktionsleistung – eingeschränkte Barrierefunktion der Haut – homöostatische Dysregulation - Dünne Epidermis - atrophe Dermis - Säureschutzmantel verringert
Ernährung ( siehe ? Ernährung )
- Wundheilung bedarf zusätzlicher Stoffwechselleistung
- Defizite zwischen Angebot und Nachfrage: – 80 % der älteren Patienten sind mangelernährt
- Proteine, Vitamine, Spurenelemente, essentielle Fettsäuren
- Adipöse Patienten - durch schlechte Fettgewebsdurchblutung und Comorbidität häufiger
Wundheilungsprobleme
- Vitamin C – Kollagensynthese – Kapillarstabilität – Keine Speicher im Körper
- Eiweißmangel – Reduktion humoraler und zellvermittelter Immunantwort – Verminderte Phagozytose – Verminderte Kollagensynthese – Reduzierter Immunstatus
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