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Therapie

Therapiemöglichkeiten

Therapiemöglichkeiten

Definition : Das Wort Therapie stammt vom griechischen „therapeia" ab und bedeutet so viel wie Pflege, Heilung, die Behandlung von Krankheiten, Heilverfahren. Hier widmen wir uns der Lokalbehandlung von sekundär heilender Wunden. Die Therapie von sekundär heilenden Wunden ist bislang wenig standardisiert. Primäres Ziel der Behandlung ist ein rascher Wundverschluss mit gutem funktionellen und kosmetischen Ergebnis. Ungeachtet der lokalen Möglichkeiten muss die Therapie einer oft bestehenden Grunderkrankung optimiert werden.

Zu jeder Wundursache gehört natürlich die richtige dazugehörige Therapie. Das kann von der Dehnung und Öffnung der Arterien bis zu der Kompressionstherapie für die Venen, über die gute Einstellung eines Blutzuckerspiegels bis zur regelmäßigen Lagerung / Bewegung reichen. Die Ursachen- Therapien der häufigsten Erkrankungen bei chronischen Wunden ? siehe Krankheiten.

Erste Schritte der Behandlungskaskade sind eine Ruhigstellung und ein Wunddebridement. Unter dem Begriff des Debridements (Synonym: Wundzurichtung, Wundtoilette) wird die Entfernung von infiziertem bzw. infektionsbedrohtem sowie verschmutztem Gewebe aus einer Wunde verstanden. Antibiotika sind im Rahmen der lokalen Therapie sekundär heilender Wunden nicht einzusetzen.

Als erstes bei der Wundreinigung steht die Wundspülung. Sie dient der Wundreinigung. Es werden abgestorbene Gewebepartikel, Beläge und Zelltrümmer aus der Wunde entfernt, ebenso ist bei Bestehen die Beseitigung des „Biofilms" wichtig.

Da eine Wundheilung erst ab 28°C stattfindet, sollte die Wundspüllösung vor Anwendung auf Körpertemperatur angewärmt werden. Diese Maßnahme dient der Schmerzverminderung und vermeidet zudem das Auskühlen der Wunde. Somit wird eine unnötige Verzögerung der Wundheilung verhindert.

Bei einer chronischen Wunde wird die Reinigungsphase mittels Debridement unterstützt. Dies kann geschehen durch mehrere Arten der Wundreinigung (Debridements). In erster Linie ist zu unterscheiden, ob es sich um eine nicht infizierte oder eine infizierte Wunde handelt. Liegt eine infizierte oder kritisch kolonisierte Wunde vor, muss die Wundversorgung antimikrobiell ausgestattet sein. Ein entscheidender Faktor ist außer dem der Exsudationsgrad, der für die fachgerechte Auswahl berücksichtigt werden muss. Gegebenen falls sind geeignete Maßnahmen zur Wundbettkonditionierung zu veranlassen, etwa ein Débridement. Natürlich ist dazu eine phasengerechte , moderne Wundversorgung obligatorisch (siehe ? Wundauflagen).

Die einzelnen Debridement – Arten

Chirurgisches Debridement : Die effektivste und schnellste Methode der Wundreinigung. Mittels einer Pinzette und eines Skalpells oder einer Ringkürette werden Nekrosen und Beläge abgetragen. Das chirurgische Debridement kann je nach Ausmaß und Dicke eine Vollnarkose (OP) oder eine Lokalanästhesie erfordern. Ziel ist die Umwandlung der schlecht heilenden in eine saubere, nicht infizierten Wunde.

Autolytisches Debridement : Diese Behandlungsmethode nutzt die Wirkung der körpereigenen proteolytischen Enzyme auf abgestorbenes Gewebe, die in der eingeschlossenen Wundflüssigkeit vorhanden sind. Ein stagnierender Wundzustand wird so in einen dynamischen , erfolgversprechenden Heilungsprozess umgewandelt. Hier eignen sich besonders die Hydrogele, hydroaktive Wundauflage zur Nasstherapie oder bedingt anwendbar die Hydrokolloidverbände.

Enzymatisches Debridement : Beim enzymatischem Debridement wird das Bestreben der Enzyme, nekrotisches Gewebe abzubauen (lysieren) genutzt. In Interaktion mit Proteinen verflüssigen sie Gewebetrümmer und weiches nekrotisches Material. Enzyme wirken nicht in einer trockenen Umgebung, weshalb sie bei harten, trockenen Nekrosen nicht einsetzbar sind. Enzymatisches Debridement sollte nur angewandt werden, bis die Wunde frei von Gewebetrümmer ist. Da es inzwischen effektivere, schonendere und kostengünstigere Alternativen gibt, kommt das enzymatische Debridement in der Wundreinigung immer seltener zur Anwendung.

Biochirurgisches Debridement : Steril gezüchtete Maden (Larve der Fliege Lucilia sericata) finden ihre Anwendung in der Madentherapie, um mittels biochirurgischen Debridements vor allem hartnäckige Nekrosen abzutragen.

Mechanisches Debridement : Durch das Auswischen der Wunde werden Zelltrümmer, oberflächliche Beläge und Abfallstoffe aus der Wunde entfernt. Diese Methode kann aufgrund der Reibung, des Drucks und der damit einhergehenden Oberflächenreizung der Wunde für den Patienten mit Schmerzen verbunden sein und zur Traumatisierung von frischem Gewebe, wie Granulation und Epithelisierung, führen. Eine schonende Alternative wäre das wiederholte Auflegen steriler, angefeuchteter Kompressen mit leichtem Druck, dann abnehmen ? hier bleibt etwas Belag an der Kompresse haften. Dies kann wiederholt werden.

Ultraschall – assistierte Wundreinigung : Ein nicht invasives Verfahren ist die Ultraschall – assistierte Wundreinigung (UAW). Die UAW führt zu einer schonenden Entfernung von Nekrosen sowie Fibrinbelägen und zerstört den wundheilungsbehindernden Biofilm. Durch den Ultraschallimpuls dringt die Spüllösung tief in die Wunde und Gewebsspalten. Zudem fördert dieses Verfahren die Granulation.


Lokale Unterdrucktherapie :
Dies ist eine zusätzliche Verfahrensmöglichkeit bei großflächigen Defektwunden, Wundhöhlen und Wundtaschen. Es ist eine spezielle Form der Wundversorgung – die sog. Vacuum-therapie. Die Unterdrucktherapie ist die etablierteste Methode. Sie ist zur Behandlung infizierter Wunden gut geeignet. Bei ihr wirkt ein Unterdruck auf die Wundoberfläche. Durch das geschlossene System werden Bakterien, Abfallprodukte und Zelltrümmer abtransportiert. Zusätzlich können bei der „Saug- / Spüldrainage" Antiseptika eingesetzt werden.

Zum Schluss gesagt : Ganz wichtig : So gewebeschonend wie möglich!

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